Muskelrelaxation nach Jacobson - Grundlagen

Muskelrelaxation nach Jacobson

Die Muskelrelaxation nach Jacobson (Progressive Muskelentspannung) beruht auf dem psychophysiologischen Einheitsprinzip. Wenn der Körper und die Muskulatur sich entspannen, folgt unmittelbar immer auch die Psyche. Wenn die Psyche und die Gedanken zur Ruhe kommen, entspannt sich auch die Muskulatur. Es ist im Normalfall nicht möglich, sich körperlich zu entspannen und dabei innerlich angespannt zu bleiben. Die Progressive Muskelrelaxation / Muskelentspannung nach Jacobson ist neben Yoga der bekannteste körperorientierte Ansatz zur Entspannung. Über die systematische An- und Entspannung der Muskulatur kann eine eine allgemeine wohltuende und die Gesundheit fördernde Entspannungsreaktion ausgelöst werden.

Von der Muskelanspannung zur Muskelrelaxation

Psychische Erregung und Stress, sei es privater oder beruflicher Natur, führen zwangsläufig auch zu einer Anspannung der Muskulatur. Bei der Arbeit werden in der Folge Muskelgruppen zusätzlich angespannt, die bei der eigentlichen Tätigkeit gar nicht benötigt werden. Viele Menschen spüren dieses durch unangenehme Verspannungen im Schulter-/Nacken- sowie im Rückenbereich. Schonhaltungen und durch die Anspannung bedingte Schmerzen treten auf. Bei entsprechender Fehl- und Dauerbelastung können Rückenerkrankungen auftreten und sich unter bestimmten Voraussetzungen chronifizieren. Auch stressbedingte Funktionsstörungen des Magens, des Darms, des Atmungsapparates oder des Herzens können durch Übererregung der unwillkürlichen Muskulatur ausgelöst werden.

Jacobson, der Begründer der nach ihm benannten Muskelrelaxation, konnte nachweisen, dass die Herabsetzung der Muskelspannung die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden des Menschen positiv beeinflusst. Mit Hilfe der Muskelrelaxation / Muskelentspannung nach Jacobson lernen Sie, Unterschiede in der Muskelspannung bewusster wahrzunehmen und auftretende Verspannungen bei Bedarf gezielt zu entspannen.

Die Progressive Muskelrelaxation / Muskelentspannung beruht auf einem vom zentralen Nervensystem gesteuerten Ausgleichssystem, in dem positive Wechselwirkungen zwischen Muskulatur, Hormonen und psychischer Befindlichkeit in einander greifen. Auf muskulärer Ebene sorgen verschiedene Reflexbögen dafür, dass sich ein Muskel nach einem Zusammenziehen beim Loslassen ganz von selbst entspannt und in seinen Ausgangszustand zurückbewegt. Genauso wird ein Muskel nach einer Dehnung wieder ganz von selbst entspannt und zusammengezogen. Die Reaktion der Muskulatur hängt davon ab, wie lang und wie stark die Anspannung ist, und wie viele Muskeln gleichzeitig angespannt werden.

Neben der direkten Beeinflussung der Muskulatur wirkt beim Muskelentspannungstraining indirekt auch der Faktor der Konzentration mit. Zum einen wird allein durch die Konzentration auf die Muskulatur die Entspannung beschleunigt. Zum anderen werden Sie durch die gedankliche Zentrierung auf die Muskelrelaxation von Dingen abgelenkt, die Sie sonst möglicherweise aufregen könnten. Sie
werden durch die Relaxation sozusagen auf andere Gedanken gebracht.